Am 12. Juli 2025 erschien im Westfälischen Anzeiger Bönen nachstehende Kolumne* des Bezirksältesten Ralf Ermisch, Leiter des Kirchenbezirks Hamm.
Wie setzen wir die Segel?
Gerade lese ich einen wertvollen und tiefgründigen Artikel, dem ein Bild beigefügt ist. Dieses Bild zeigt eine wunderschöne Szene: An einem sonnigen Tag gleitet ein Segelboot über einen ruhigen See. Dieses Bild symbolisiert nicht nur Harmonie mit der Natur, sondern auch die Bedeutung von Selbststeuerung. Segler nutzen die Kräfte der Natur und können dennoch ihre Boote in fast jede Himmelsrichtung steuern.
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles ist der Satz überliefert: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Es bringt wenig, gegen den Wind anzukämpfen, ebenso wenig über den Wind zu schimpfen. Ein Segler versucht die Naturbedingungen klug zu nutzen, um mit Umsicht und Geduld sein Ziel zu erreichen, manchmal auch auf Umwegen.
Diese Metapher eignet sich sehr, um über Selbstverantwortung, Anpassungsfähigkeit und innere Haltung nachzudenken. Es ist unsere Lebenswirklichkeit, dass uns manches Mal der Wind ins Gesicht bläst. Wir haben nicht immer Einfluss auf äußere Umstände, aber es liegt in unserer Hand, wie wir mit diesen umgehen. Lassen wir Gott ans Ruder, wir müssen nicht alles alleine machen. Wenn Jesus in unserem Lebensschiff ist, können wir loslassen.
Jesus Christus ist ein großartiges Vorbild. Sein Leben zeugt von Liebe, Barmherzigkeit, Selbstlosigkeit und Versöhnung. Eindrucksvolle Aussagen von ihm sind in der Bergpredigt überliefert, die auch heute noch Gültigkeit haben. Er erklärte den Zuhörern, dass das Wichtigste ist, Gott und den Nächsten zu lieben. Kein Mensch kann Jesu Lehre vollkommen erfüllen. Da hilft der Glaube an seine Vergebung. Er vergibt dem, der ihn wirklich liebt.
Jesus Christus eröffnete auch Perspektiven. Eine möchte ich abschließend erwähnen. Die Bibel berichtet von einem Gespräch zwischen Jesus und Marta nach dem Tod ihres Bruders. Marta sagte: „Wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder Lazarus nicht gestorben.“ Jesus Christus zeigt ihr eine großartige Perspektive: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt – glaubst du das?“ Perspektive: Heil - ewige Gemeinschaft mit Gott durch den Glauben an Jesus Christus!
Ralf Ermisch
Neuapostolische Kirche
*Bisher erschienene Kolumnen können mit diesem Link eingesehen werden.
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