In Entscheidungsprozessen, in Unsicherheiten, in mancher Sorge und Not wird oft darum gebetet, dass Gott einen Hinweis gibt, ein Bibelwort, ein Chorlied, eine besondere Begrüßung, die uns in unseren Situationen weiterhelfen.
Da in diesem Gottesdienst die Entwidmung des Kirchengebäudes vorgesehen war und alle Gottesdienstteilnehmer mit unterschiedlichen Gefühlen, wie Wehmut, Traurigkeit, Abschiedsschmerz oder Dankbarkeit, um nur einige zu nennen, zusammengekommen waren, richtete bereits das Bibelwort, welches als Grundlage für diesen Gottesdienst vorgesehen war, die Gedanken der Gottesdienstbesucher auf Gott als Helfer, Tröster und Beistand: "Der Name des Herrn ist eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt." (Sprüche 18,10).
Apostel nahm jeden an die Hand
Apostel René Follmann, der in Begleitung von Bischof Olaf Koch und den Bezirksämtern den Gottesdienst feierte, ging anfangs auf diese unterschiedlichen Gefühle ein und nahm, bildlich gesprochen, jeden an die Hand. Nach seiner groben Hochrechnung müssten es ca. 10.000 Gottesdienste sein, die in dem Gotteshaus gefeiert worden sind. Darin enthalten seien auch die vielen Gelübde bei Segenshandlungen, Sakramentsspendungen, Ordinationen und Beauftragungen am Altar Gottes.
Kirche ist eine feste Burg
Auch wenn die Kirche nur ein Gebäude ist, wurde sie doch für alle Gläubigen der Kirchengemeinde Kamen-Heeren-Werve – so Apostel Follmann - zu dieser im Bibelwort bezeichneten festen Burg. Eine Burg bietet Schutz und Sicherheit. Dieses Bild treffe auch auf die Kirche zu.
Göttliche Gerechtigkeit
Bischof Koch äußerte seine Dankbarkeit, den Gottesdienst mit der Kirchengemeinde erleben zu können. Bezogen auf das Bibelwort stellte er die hypothetische Frage, wer von den im Gottesdienst versammelten Anwesenden gerecht sei und beantwortete diese Frage mit „Niemand“! Doch vor Gott gilt ein anderer Gerechtigkeitsmaßstab als im menschlichen Bereich. Aus göttlicher Sicht sei der gerecht, der nach Psalm 1,2 den Willen Gottes erfüllt. Und wer Gott glaubt, wie es Abraham tat, erlebt, dass Glaube zur Gerechtigkeit vor Gott führt.
Abendmahlfeier, Lesung und Entwidmung
Nach der letztmaligen Feier des Heiligen Abendmahls in der Kirche in Kamen-Heeren las Hirte in Ruhe Jürgen Koschker eine Kurzchronik der Kirchengemeinde vor.
Nach dem Schlussgebet entwidmete Apostel Follmann das Gotteshaus.
Zum Abschluss erklang zum letzten Mal in dieser Kirche das bekannte Chorlied „Der Herr ist mein Licht“, welches von allen Anwesenden gesungen und mit Orgel und Trompete begleitet wurde. Dieser Liedvortrag beeindruckte auch dadurch, dass der Dirigent Evangelist Manthey den Apostel mit seiner Begleitung bat, sich vor den Altar zu stellen und dem Nächsten die Hand zu reichen. Auch die Anwesenden Gottesdienstbesucher reichten sich bei diesem Lied die Hände und symbolisierten damit ihren Abschied vom Gotteshaus in Heeren und ihre Dankbarkeit für das neue Gotteshaus in Kamen.
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